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Kultur & Geschichte

Unvergessliche Erlebnisse in historischen Mauern von Burgen und Schlössern, Kirchen und Klöstern oder Abenteuer in Höhlen und Bergwerken. Da ist „man dann mal weg“ auf Pilgerwegen und Wallfahrten.


Spirituell reisen in Tirol

Im "Heiligen Land" mal weg sein…

Pilgern in Gruppen, eine Wallfahrt oder Prozession mitmachen, eine Gnadenstätte besuchen, eine Wanderpause bei einer schmucken Bergkapelle einlegen: Seit Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg…" ist das immer noch ein Trendthema. Tirol bietet Gruppen, Clubs und Vereinen dazu große und kleine Anlässe, Möglichkeiten und Ziele.

Wallfahrtskirche Maria Absam in der Region Hall

Pilgern und Wallfahrten haben im "Heiligen Land Tirol" Tradition. Sie verbinden spirituelles Erfahren und Fühlen mit oft grandiosen Landschafts- und Naturerlebnissen in Flusstälern, auf sanften Almen und auf Berggipfeln. Berühmte und weniger bekannte Pilgerrouten und Wallfahrtswege, prächtige Klöster, bedeutende Wallfahrtskirchen, kleine Kapellen, Bildstöcke, Wegkreuze und Marterln am Wegesrand laden zu einer Auszeit, zum "Beten mit den Füßen" ein - vor allem auch dazu, das Land, seine Bräuche, alten Rituale und religiöse Traditionen besser kennenzulernen.

Highlight sind Wanderungen auf dem Jakobsweg, der auch Tirol durchzieht: der nördliche Hauptweg von Kufstein westwärts durch das Inntal über Landeck nach Vorarlberg bzw. von Lofer durch das Pillerseetal mit dem monumentalen Jakobskreuz als neuem Besinnungsstopp bis ins Inntal. Auf einer Alternativstrecke wandert man vom Bayerischen Allgäu durch das Tannheimer Tal und das Außerfern bis zur Hauptroute in Stans im Inntal. Der östliche Tiroler Jakobsweg durchquert in fünf Etappen Osttirol von Nikolsdorf über Lienz an der Drau entlang bis nach Südtirol.

Wallfahrtsort Maria Rast bei Matrei am Brenner (l.); Wanderweg von Vomp zur Kirche St. Georgenberg, der ältesten Wallfahrtskirche Tirols

Mittelalterlicher "Romweg", junger Besinnungsweg

Ein Geheimtipp ist die 1.600 km lange Via Romea vom niedersächsischen Stade nach Ravenna. Das "Startzeichen" für diesen Pilgerweg gab Abt Albert von Stade, der 1236 bei seiner Rückreise von einem Papst-Besuch in Rom die Tiroler Variante vom Brenner über Matrei, Innsbruck, Zirl, Seefeld und Scharnitz erstmals begangen, respektive wie es sich damals für einen hohen geistlichen Herren geziemte, "beritten" hatte…

Von einer neuen Seite erlebt man die Tiroler Region um Hall auf dem vor zehn Jahren gestarteten Besinnungsweg von Absam nach Gnadenwald / Kloster St. Martin mit seinen neun Stationen und dem Steinlabyrinth zum Finale am Kloster. Ganz jung ist der Romedius-Pilgerweg von Thaur bei Hall nach San Romedio im Trentiner Nonstal. 2014 im 50. Jubiläumsjahr der Diözese Innsbruck (die zuvor zur Diözese Bozen gehört hatte) eingeweiht, kann die 180 km lange Route mit ihren 9.800 Höhenmetern in rund zwölf Tagen bewältigt werden.

Zahlreich sind die Wallfahrtsorte in allen Teilen Tirols, denen meist eine besondere Wundertätigkeit zugeschrieben wird oder eine Marienerscheinung wie in Maria Absam bei Hall. Die dortige Wallfahrtskirche mit dem berühmten Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Absam zählt zu den bekanntesten Pilgerzielen weit über Österreich hinaus, seit  am 12. Januar 1797 einem Mädchen aus Absam die Gottesmutter am Fenster erschienen war und sich nicht mehr entfernen ließ.

Die Basilika Maria Absam mit dem Gnadenbild ist über Tirols Grenzen hinweg ein vielbesuchter Pilgerort

Legenden und  Erzählungen um die Himmelskönigin Maria

Um viele Marien-Wallfahrtsstätten ranken sich Legenden und Erzählungen um deren wundersames Wirken, andere wurden ohne besonderen Anlass als Zeugnisse des Glaubens errichtet. Bekannte Orte, wo in Tirol die Himmelskönigin verehrt wird, sind u.a. Maria Brettfall bei Strass im Zillertal, Maria Klobenstein nördlich von Kössen, Maria Locherboden bei Mötz im Oberinntal, Maria Waldrast westlich von Matrei am Brenner, die auf einem 14 m hohen Felsen thronende und seit 1600 als Pilgerort beliebte Kirche Mariastein bei Ebbs, die Anfang der 1990er Jahre restaurierte Wallfahrtskirche Maria Larch, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt auf Pfoner Gemeindegebiet oder die Kapelle Mariä Heimsuchung mit dem sogenannten Höttinger Bild auf einem Plateau der Hungerburg in Innsbruck.

      
Jährlich am 29. September "St. Michael"-Prozession in Natters (l.); auf einem 14 Meter hohen Felsen: Wallfahrtskirche Mariastein in der Region Kufstein

Auch anderen Heiligen sind Gnadenstätten gewidmet: Im malerischen Rattenberg am Inn, Tirols kleinster Stadt, der heiligen Notburga, hoch über Innsbruck im Stadtteil Hungerburg der heiligen Theresa. Die Landeshauptstadt besitzt noch weitere Wallfahrtskirchen: die Heiligwasserkirche am Nordhang des Patscherkofels, die barocke Domkirche St. Jakob und die neoromanische Kloster- und Pfarrkirche Herz Jesu in der Maximilianstraße.
Ziel der jährlich am Samstag nach Ostern stattfindenden Prozession mit dem Opferwidder im Virgental: die Wallfahrtskirche Maria Schnee mit berühmten gotischen Fresken.

Gotische Fresken in der Wallfahrtskirche Maria Schnee - Ziel der Prozession mit dem Opferwidder im Virgental

Aus den vielen Tiroler Prozessionen ragt ein Umzug durch die Verbindung von archaischem Ritual und kirchlicher Tradition besonders heraus: die Widder-Prozession im Virgental in Osttirol findet seit 1635 am ersten Samstag nach Ostern, dem sog. "Weißen Samstag" statt. Damals im 30jährigen Krieg gelobte die Bevölkerung der Dörfer Virgen und Prägraten jährlich einen Widder zu opfern, wenn sie von der Pest verschont blieben. Bis heute wird ein riesiger geschmückter Widder durch das Tal geführt. Allerdings wird er längst nicht mehr getötet, sondern am Ende versteigert – in der Regel als Zuchttier…

Neben den bekannten Wallfahrtsorten lohnen bei Gruppenreisen und Vereinsausflügen auch drei Spezialtipps einen Besuch:

         
Drei Kleinode in Gletscherregionen (v.l.): Pitztal - "Kapelle des Weißen Lichts", Kaunertal - Holzkapelle auf dem Gepatsch und Wallfahrtskirche "Maria Himmelfahrt"

1. Die Kapelle des "Weißen Lichts" in der Pitztaler Gletscherlandschaft, wo nach jeder Saison Dankgottesdienste für die Mitarbeiter der Gletscherbahnen und das gesamte Tal gefeiert werden. Gruppenangebot: inkl. Auffahrt mit dem Gletscherexpress, Besichtigung der Kapelle und Brettljause mit Getränk im Gletscherrestaurant Kristall: € 23 bzw. Weiterfahrt zum höchsten Kaffeehaus Österreichs auf 3.440 m Seehöhe mit der Wildspitzbahn, Kaffee & Kuchen € 39.

2. Auf dem benachbarten Kaunertaler Gletscher die Kapelle Maria im Schnee: Gruppenangebot inkl. Maut auf der Gletscherstraße und Menüs im Gletscherrestaurant zur Auswahl € 22 bzw. pikanter oder süßer Jause € 17. Einen Abstecher wert ist die am Eingang des Hochtals auf 1.206 m liegende Pfarr- und Wallfahrtskirche "Mariä Himmelfahrt": ein gotisch-barockes Kleinod mit Gnadenkapelle, Hochaltar und Kreuzweg.

Treffpunkt am Annatag bei Österreichs höchstgelegener Wallfahrtskirche auf der Hohen Salve

Österreich höchstgelegenes Gotteshaus: Von der Wallfahrtskirche zu Johannes dem Täufer auf der Hohen Salve (Region Wilder Kaiser-Brixental) kreist der Blick über 70 Dreitausender. Vo 4. Juli bis 3. Oktober 2018 wird jeden 1. Mittwoch um 11 Uhr eine Andacht gefeiert. Und zum "Annatag" auf der Hohen Salve (jeweils 26. Juli) findet nach der Messe ein Frühschoppen auf der Panoramaterrasse der Gipfelalm statt. Seit Dezember 2016 besitzt die Gipfelalm Österreichs höchstgelegenes Drehrestaurant. Die Umadum-Stube mit c. 70 Plätzen bietet einen 360 Grad-Rundumblick, sondern auch kulinarische Leckerbissen. Unvergleichbar lecker sind die "aussabackenen Ziachkiachl" der Gipfelwirtin Magdalena. Gruppenpreis Sommer ab 20 Personen (p.P.): Einzelfahrt Hohe Salve (Söll & Hopfgarten) Erwachsene € 16, Kinder € 8.

Fotos: Aichner, Skiwelt Wilder Kaiser, Tirol Werbung, TV Hall, TV Virgen


 

www.bus.tirol.at

 

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