Alle sangen im Juli mit Gotthilf Fischer

Chortreffen Romantische Straße in Feuchtwangen

Da gab's kein Halten, als Gotthilf Fischer das Lied der Romantischen Strasse anstimmte

Das war ein Leckerbissen für alle Freunde der Chormusik: Zum 60. Geburtstag der Romantischen Straße war Feuchtwangen am 4. Juli 2010 Bühne für das zweite Chortreffen an Deutschlands beliebtester Reiseroute. Höhepunkt: das gemeinsame Singen mit Chorlegende Gotthilf Fischer. Da sangen alle Vereine und Besucher kräftig mit.

Nach dem großen Erfolg der Premiere im Sommer 2007 war auch das zweite Chortreffen ein Highlight im Jubiläumsreigen, der am 8. Mai in Rothenburg ob der Tauber startete. Veranstaltet wurde das Stimmenevent vom Deutschen Sängermuseum und der Stadt Feuchtwangen, unterstützt von der Romantische Straße Touristik-Arbeitsgemeinschaft.

Einmal im Massenchor mit Gotthilef Fischer singen: beim 2. Chorfest Romantische Straße war's möglich

Auf dem Marktplatz - dem "Festsaal Frankens" – begann um 14 Uhr ein buntes Konzertprogramm unterschiedlichster Stilrichtungen auf verschiedenen Bühnen der historischen Altstadt: Im Kreuzgang, in der Jonanniskirche, im Sängermuseum, in der historischen Jahnturnhalle und in der Volksschule. Die Chöre kamen aus 20 Orten der Romantischen Straße - von Würzburg am Main und bis Füssen am Alpenrand.

Um 17 Uhr traten dann alle Teilnehmer und Besucher zum begeisterten Finale mit Gotthilf Fischer auf. Die schwäbische Chorlegende war erneut von Helma Kurz engagiert worden, die kurz zuvor ihres Amtes als Geschäftsführerin des Forschungs- und Dokumentationszentrums des deutschen Chorwesens enthoben worden war: Hintergründe erfahren Sie im Interview, das www.gruppenreisen-clicks.de mit der Mäzenin des Sängermuseums führte.

Singen hält in jung: Gotthilf Fischer im Gespräch im Gerd-Niels Wötzel

Dazu führte Herausgeber und Chefreakteur Gerd-Niels Wötzel ein Gespräch mit Gotthilf Fischer zur aktuellen Lage und Zukunft des Volksliedes und Chorgesangs.

Wötzel: Sie forderten die Chorfest-Besucher auf, das deutsche Volkslied zu verteidien. Ist das nötig?
Fischer: Das deutsche Volkslied lebt. In Deutschlands hat es aber oft den Anschein, dass das alte Liedgut verleugnet wird. Das ist unverständlich. Wo immer ich in der Welt auftrete, wird das deutsche Volkslied gesungen".

Wötzel: Wo orten Sie die Gründe?
Fischer: Nichts gegen Englisch, aber ich stellle fest, dass englische Liedtexte schon in der Schule die Oberhand gewinnen. Es scheint, dass die Lehrer Angst davor haben, von den Schülern ausgelacht zu werden, wenn sie deutsche Volkslieder singen lassen. Das gilt auch für viele junge Chorleiter. Die Dirigenten müssen vielseitig arbeiten, aber tradiertes Liedgut nicht vernachlässigen. Das muss im Kindergarten, im Elternhaus und in der Ausbildung der Lehrer und Dirigenten beginnen.

Wötzel:
Was ist für Sie ein Volkslied?
Fischer: Zunächst nur eine Melodie, wenn es lange genug gesungen wird, ist es ein Evergreen und wenn es die Bevölkerung aufgreift, wird es zum Volklslied. Wussten Sie, dass 'Tulpen aus Amsterdam' eigentlich ein Volkslied ist...?

Wötzel: Was hält Sie mit 82 Jahren so fit?
Fischer: Ich freue mich und singe jeden Tag. Ich bin täglich unterwegs...

Wötzel:
...was steht jetzt an...
Fischer: China und Japan sowie Afrika.

Wötzel: Wie groß sind die Fischerchöre - und das älteste Mitglied...
Fischer: ...ist 106 Jahre, die Chöre haben rund 40.000 Sängerinnen und Sänger.

Wötzel: Weiterhin viel Erfolg!

gruppenreisen-clicks.de-Tipp für alle Sangesfreunde und Musikvereine: Erleben Sie unbedingt im Deutsche Sängermuseum eine spannende Zeitreise durch die Geschichte des Chorgesangs. Dauerpräsentation und Wechselausstellungen vermitteln Einblicke in das Laienchorwesen und dessen Bedeutung für die Musik- und Kulturgeschichte in Deutschland und Europa.

Fotos: www.gruppenreisen-clicks.de/Gerd-Niels Wötzel

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