Nofretete meets Schliemann in Berlin

Museumsinsel: Quintett ist komplett

Prunkstück im Kuppelsaal des Neuen Museums: die Büste der Nofrete

Für an Kunst und Kultur interessierte Gruppen und Vereine ist das ein absoluter Leckerbissen: Nach über 70 Jahren können alle fünf Kultur-Tempel der Museumsinsel besichtigt werden. Auch die weltberühmte Büste der Nofretete hat wieder einen attraktiven Standort. Ein Grund mehr zu einem Abstecher in diesen einzigartigen Berliner Museumskomplex.

Er liegt auf der Nordspitze der Spreeinsel in der Stadtmitte. Im Laufe von 100 Jahren entstand bis 1930 ein Ensemble, an dem fünf Architekten beteiligt waren. Das 1999 in die UNESCO- Liste des Weltkulturerbes aufgenommene Ensemble wird schrittweise restauriert. Mit einem neuen Empfangsgebäude nach Plänen des Architekten David Chipperfield soll der Besucherandrang der beliebten Museumsinsel besser bewältigt und gezielter geleitet werden.


Das Alte Museum von Karl Friedrich Schinkel (1825–30), dessen Gebäudefront den Lustgarten am Berliner Dom beherrscht, ist ein Meisterwerk klassizistischer Architektur. Der erste Museumsbau Berlins ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.

Im Neuen Museum befindet sich das Ägyptische Museum mit der berühmten Büste der Nofretete. Der 1843–46 von Friedrich August Stüler errichtete Bau ist nach dem Wiederaufbau eine Mischung aus Alt und Neu.

Neben dem Neuen Museum befindet sich das zweite Werk Stülers: die Alte Nationalgalerie. Das Haus für Malerei und Skulpturen des 19. Jahrhunderts ähnelt einem antiken Tempel auf hohem Sockel. Der Entwurf Stülers wurde 1867–76 von Johann Heinrich Strack vollendet. Das Reiterstandbild auf der Freitreppe stellt König Friedrich Wilhelm IV. dar, der die Idee zur Museumsinsel hatte. In der Alten Nationalgalerie sind Werke der französischen Impressionisten (Manet, Monet, Renoir) zu sehen, daneben Gemälde der Romantik von Caspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel. An der Nordspitze der Insel liegt das Bode-Museum, 1898–1904 von Ernst von Ihne für Gemälde und Skulpturen erbaut. Seit 2006 werden in dem komplett sanierten Gebäude Skulpturen und Gemälde von der ausgehenden Antike bis zum 18. Jahrhundert gezeigt.

Absoluter Publikumsrenner ist das Pergamonmuseum von Alfred Messel (1907–30), in dem sich archäologische Funde aus der Antike und Vorderasien befinden, vor allem der rekonstruierte Pergamonaltar.

Fotos: Teaser und oben: Büste der Königin Nofretete, Neues Reich, 18. Dynastie, Amarna, Ägypten, um 1340 v. Chr., Raum "Nofretete" (Nordkuppelsaal), Mitte von links: Vitrine "Feuersteinbergbau" im Raum "Jungsteinzeit"; Treppenhalle mit historischen Gipsabdrücken. © Staatliche Museen zu Berlin/alle Fotos: Achim Kleuker

Weitere Infos

www.smb.museum

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