Selbst Blindengruppen besteigen den Gerzkopf
Über die Schäferhütte zur Gipfel-Glocke
Für Petra Gappmaier war es eine besondere Erfahrung: Die passionierte Wanderführerin und Wirtin des Europa-Wanderhotels "Das Waldheim" in St. Martin, führte schon eine Blindengruppe auf den 1782 m hohen Gerzkopf. Wir selbst starten mit ihrer Kollegin Alexandra Dreschl, Chefin des Wanderhotels "Die Gewürzmühle" (3* plus, 30 Zimmer) in Radstadt, zur Tour auf den sagenumwobenen Gipfel, wo ein fantastischer 360-Grad-Blick den erlebnisreichen Aufstieg krönt.
Nach einer spannenden 1.000-Schritte Führung durch das 1000jährige Radstadt, einem kulinarisch-"gewürzigen" Abendessen nebst Schlummertrunk und einem reichen Frühstück versorgt Alexandra die Gruppe mit Getränken und belegten Brötchen. Dann geht’s zum Knapphof bei Filzmoos, von wo der Weg Nr. 10 zunächst über eine Forststraße und dann auf einem gut ausgeschilderten, schmalen Steig steil aufwärts durch schattige Wälder und Heidelbeerfelder führt.
Nach rund einer Stunde ist schließlich der Latschengürtel erreicht. Rechter Hand gehts über die Almwiese, vorbei an weidenden Schafen, wo die urige Schäferhütte wartet. Jausen-Zeit!
Speck und Schnapserl beim Bank-Aussteiger…
Hier wohnt seit zwei Jahren der 35jährige Tom Zeller als Schäfer. Der eigenwillige Aussteiger aus dem Bankgeschäft ist mit seinen zwei Hunden im Sommer Herr über rund 300 Schafe der Bauern aus dem Tal. Wandergruppen machen gerne vor dem Gipfelsturm Rast für eine deftige Vesper mit Brot, Wurst, Speck und einem echten Zirbenschnaps (Mitte Juni bis Ende September). Mehr gibt’s nicht, schließlich muss Tom alles selbst auf seine Almhütte tragen…
Nach der Jause an der Schäferhütte geht's via Schwarze Lacke zum Gerzkopfgipfel
… Glockenläuten auf dem Gerzkopf…
Noch sind etwa 300 Höhenmeter zum Gerzkopf zu bewältigen: Ein lohnender Weg vorbei an der "Schwarzen Lacke", einem im Salzburger Land einmaligen Hochmoor. Und gern läutet der Wanderer unmittelbar beim Gipfelkreuz die Glocke. Hat er doch dann einen Wunsch frei, der sich der Legende nach erfüllen soll – und sei’s nur der sichere Abstieg auf dem landschaftlich abwechslungsreichen, gut ausgeschilderten Weg Nr. 97 des Almenweges zum Tagesziel St. Martin.
Zuvor aber saugt man das einzigartige Panorama auf: Im Osten kann man Bischofsmütze und Dachstein fast mit den Händen greifen, im Süden grüßt der Alpenhauptkamm, im Norden die Niederen Tauern und der markante Karststock des Tennengebirges.
…Kaiserschmarren auf der Höllalm…
Abwärts geht’s durch das Latschenrevier und Naturschutzgebiet Gerzkopf, wobei die Wandergruppe unbedingt der gelben Wegmarkierung folgen sollte, um sich nicht in den trügerischen Pfaden zu verirren, die listigerweise die Schafe gelegt haben. Die Route führt, teilweise kurz auf Forststraßen, vorbei an zwei privaten Almhütten bergab, bergauf durch lichte Wälder und über eine steile Wiese zur urgemütlichen Jausenstation "Höllalm – Oberscharten". Sie ist ganzjährig (außer montags) geöffnet, und die Kasnocken und Fleischkrapfen sind Legende…
…und zum Finale Oma Mariannes "Steppdecke"
Noch eine halbe Stunde auf der Forststraße talabwärts zum Wetterkreuz und zum Nachtdomizil "Das Waldheim" (3*, 15 Zimmer) mit Relaxen in der Biosauna und den Leckerbissen wie Erdäpfel-Nudei oder Pongauer Fleischkrapfen, die Georg Gappmaier auf den Tisch zaubert. Absolute Höhepunkte für den Gaumen sind der "flambierte Salzburger Almkaffee" und die "Steppdecke", ein einmaliger Kaffee-Kuchen aus dem Rezeptbuch von Oma Marianne, der guten Seele im Waldheim.
Fotos: Wanderhotel "Das Waldheim"
Rezepte aus der Waldheim-Küche [67 KB]



