Anhalt-Tipps für Vereinsausflüge
Von Köthen nach Reppichau, Dessau, Zerbst
Von der anhaltinischen Residenz- und Bachstadt Köthen ist es nur ein Katzensprung zu drei Orten, die mit ihrer Einzigartigkeit und historischen Bedeutung jede Art von Gruppenreisen und Vereinsausflügen bereichern: Der Sachsenspiegel-Ort Reppichau, die Bauhaus-Stadt Dessau und Zerbst, die Stadt der Zarin Katharina die Große.
Das kleine Reppichau genießt mit dem "Sachsenspiegel" in der deutschen und europäischen Rechtsgeschichte einen hohen Ruf: Einige der von Eike von Repgow im ersten Prosawerk deutscher Sprache vor rund 800 Jahren zusammengetragenen Rechtsgrundsätze hatten in Thüringen und Anhalt sogar bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahr 1900 Geltung. Und "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" ist noch heute mehr als ein geflügeltes Wort. Im Infozentrum, dem früheren Feuerwehrhaus (oben), stellte Bürgermeister Erich Reichert, Vorsitzender des Fördervereins Eike von Repgow, die Geschichte des Sachsenspiegels vor, die der gesamte Ort als "Freilichtmuseum" in eisernen Skulpturen widerspiegelt.
Führung im Steigenberger Hotel in Dessau
Dessau ist durch sein Bauhaus und den Komponisten Kurt Weill weltberühmt. Das 4*-Steigenberger Hotel Fürst Leopold im Stadtzentrum, vis-à-vis des bekannten Anhaltinischen Theaters, zeigte sich bei einer Führung und einem Buffet-Lunch als repräsentative Adresse für Gruppenreisen ins Anhaltinische.
Schließlich Zerbst: Einst kleine Residenz der Fürsten von Anhalt-Zerbst, wurde das "Rothenburg des Ostens" kurz vor Ende des 2. Weltkriegs verheerend von Bomben getroffen. Eine vier Kilometer lange fast unversehrte Stadtmauer, die Ruinen der mächtigen romanisch-gotischen Kirchen St. Nikolai und St. Bartholomae, der nach Bremen und Halberstadt drittälteste deutsche Roland, die Ruine des Ostflügels des einst gewaltigen Fürstenschlosses und die ehemalige Reithalle zeugen heute von der Bedeutung dieses Städtchens, das mit den Barockkomponisten Fasch Vater und Sohn nicht nur Musikgeschichte geschrieben hatte.
Altstadt von Zerbst (l.), Ruine des Fürstenschlosses
Zerbst trat ins Licht der Welthistorie mit seiner Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt Zerbst – der späteren russischen Zarin Katharina II. Eine kleine Ausstellung in der Touristinformation in einem der beiden barockisierten Kavalierhäuser an der Schlossfreiheit erinnert an die russische Herrscherin. Führungen auf den Spuren von Fasch und Katharina bereichern jedes Gruppenprogramm.
Fotos: KKM/Christian Ratzel; www.gruppenreisen-clicks.de/Gerd-Niels Wötzel
